Ein Elektromotor wird über das Kupfer in der Wicklung bewertet, nicht über die Anzeige der Fahrzeugwaage. Das ist die häufigste Quelle von Missverständnissen: Der Lieferant sieht das Gewicht, der Ankauf sieht, wie viel Handelsmetall von diesem Gewicht tatsächlich übrig bleibt. Nachfolgend die Mechanik hinter der Bewertung.
Warum das Bruttogewicht nicht genügt
Ein typischer Motor hat drei Wertschichten. Die Kupferwicklung — das eigentliche Material. Das Blechpaket von Stator und Rotor — Elektroblech von deutlich geringerem Wert. Das Gehäuse — Guss oder Aluminium, dazu Lager, Lüfter und Klemmenkasten.
Je schwerer das Gehäuse im Verhältnis zur Wicklung, desto niedriger der Satz je Kilogramm für das Ganze — bei gleicher Kupfermenge im Inneren. Zwei Motoren gleichen Gewichts können daher unterschiedlich bewertet werden, und ein „leichterer“ Motor kann mehr wert sein als ein schwererer. Es ist dieselbe Abhängigkeit wie beim Kupferpreis: Es zählt die Metallausbeute je Tonne, nicht die Tonne selbst.
Lichtmaschinen und Anlasser
Das sind die wiederkehrendsten Positionen dieser Familie — sie erreichen uns aus Werkstätten, Servicebetrieben und der Automobilbranche. Sie sind klein, bauähnlich und fallen in Mengen an, deshalb rechnen wir sie meist gesammelt nach Typ und Chargenmasse ab statt Stück für Stück.
Lichtmaschinen und Anlasser in zwei Behälter zu trennen, dauert einen Moment und vereinfacht die Abrechnung — beide Gruppen haben einen unterschiedlichen Kupferanteil.
Industriemotoren und Instandhaltung
Motoren aus Produktionslinien, Pumpen, Ventilatoren und Getrieben sind der typische Strom der Instandhaltung. Hier ist die Bewertung individuell: Bauunterschiede zwischen Motoren gleicher Nennleistung können erheblich sein, und bei Stücken über einer Tonne zählt auch die Art der Verladung.
Am hilfreichsten ist bei solchen Positionen ein Foto des Typenschilds — Leistung, Drehzahl und Typ erlauben eine Einschätzung der Bauweise ohne Besichtigung vor Ort.
Rotoren, Statoren und kleine Transformatoren
Werden Motoren bei Ihnen aus anderen Gründen zerlegt — Service, Instandsetzung, Teilegewinnung — entstehen daraus eigene Handelspositionen:
- Statoren mit Wicklung — bewertet nach Kupferanteil.
- Rotoren — Kurzschlussläufer und gewickelte Läufer werden unterschiedlich abgerechnet. Der Käfig kann aus Aluminium oder Kupfer bestehen, daher prüfen wir das Leitermaterial vor der Bewertung.
- Kleine Transformatoren und Spulen — Kleinteile mit hohem Anteil an lackiertem Kupfer.
Wickeldraht ist lackiert und daher nicht dasselbe wie sauberes Millberry — es ist eine eigene, niedriger bewertete Sorte.
Lohnt sich die Demontage in Eigenregie
Meist nicht. Die Demontage bedeutet Arbeitsstunden je Tonne, und die Differenz zwischen dem Satz für einen kompletten Motor und für die gewonnene Wicklung deckt sie selten. Ausnahmen gibt es bei großen Motoren und in Betrieben, die die Demontage ohnehin im Prozess haben.
Eine Sache erhöht den Wert einer Charge jedoch spürbar und kostet nichts: Motoren nicht mit sonstigem Stahlschrott vermischen. In einen Container mit allgemeinem Stahl geworfene Motoren werden als Stahl abgerechnet.
Was Sie für die Bewertung vorbereiten
Für eine sinnvolle Bewertung genügen vier Angaben: Art der Position (Lichtmaschinen, Motoren gemischt, Großmotoren), ungefähre Menge in Tonnen oder Stück, Fotos der Charge sowie der Standort. Bei ungewöhnlichen Bauformen ergänzen Sie ein Foto des Typenschilds.
Haben Sie einen regelmäßigen Strom an Motoren oder eine einmalige Charge? Senden Sie Fotos — wir bewerten Elektromotoren nach Typ und tatsächlicher Ausbeute, nicht nach Bruttogewicht.