Der erste Besuch im Schrottankauf ist oft deshalb unangenehm, weil man nicht weiß, was einen erwartet — wer das Material beurteilt, wonach, und ob die Waage zeigt, was sie zeigen soll. Nachfolgend der gesamte Ablauf, Schritt für Schritt, damit es keine Überraschungen gibt.
Schritt 1: Einfahrt und Wiegen
Bei Anlieferung per Fahrzeug fahren Sie auf die Fahrzeugwaage. Das Wiegen erfolgt in zwei Stufen: Fahrzeug mit Ladung (Brutto) und nach dem Entladen das leere Fahrzeug (Tara). Die Differenz ist die Nettomasse des Materials und Grundlage der Abrechnung. Bei kleineren Mengen wiegen wir auf kleineren Waagen, nach demselben Prinzip.
Alle Waagen sind autorisiert und geeicht, werden also regelmäßig von einer zuständigen Stelle auf Genauigkeit geprüft. Das Wiegen erfolgt offen, im Beisein des Lieferanten — Sie sehen das Ergebnis auf der Anzeige und erfahren es nicht erst aus einer fertigen Abrechnung.
Schritt 2: Klassifizierung des Materials
Nach dem Entladen begutachtet ein Mitarbeiter das Material. Grundlage der Beurteilung ist die organoleptische Prüfung — ein erfahrener Klassifizierer erkennt die Sorte an Farbe, Bruchstruktur, Gewicht, Klang und Oberflächencharakteristik. Für den größten Teil des angelieferten Materials genügt das und dauert nur kurz.
Bei nicht eindeutigen Legierungen — wenn das Erscheinungsbild nicht entscheidet und die Bewertungsdifferenz erheblich ist — greifen wir zum Handspektrometer. Jeder Betrieb verfügt über ein professionelles Spektrometer zur Elementanalyse; es dient der Verifizierung in Zweifelsfällen, nicht als Routineprüfung jeder Charge.
Enthält eine Anlieferung mehrere Sorten, werden sie getrennt und einzeln abgerechnet. Warum das zu Ihren Gunsten wirkt, erklären wir im Text über das Sortieren von Schrott vor dem Verkauf.
Schritt 3: Abzüge für Verunreinigungen
Enthält das Material Bestandteile, die kein Handelsmetall sind — Gummi, Kunststoff, Isolierung, Beton, Wasser in Spänen — wird deren Anteil geschätzt und von der Abrechnungsmasse abgezogen. Ein Abzug ist keine Strafe, sondern bildet ab, wie viel Material wir tatsächlich kaufen.
Die Grundlage eines Abzugs wird stets offen genannt. Sind Sie damit nicht einverstanden, ist das der Moment für ein Gespräch — vor der Abrechnung, nicht danach.
Schritt 4: Dokumente und Abrechnung
Der Umfang der Formalitäten hängt davon ab, wer das Material anliefert.
Privatperson — erforderlich ist ein Ausweisdokument. Die Annahme von Metallabfällen von einer Privatperson erfordert ein Formular, das unter anderem die Abfallart, die Art des Produkts, aus dem der Abfall entstanden ist, die Herkunftsquelle sowie die Angaben des Lieferanten enthält. Die Identität prüfen wir anhand des vorgelegten Dokuments.
Evidenzpflichtiges Unternehmen — wir nehmen Material auf Grundlage eines im BDO-System ausgestellten Abfallübergabescheins an. Ein Teil der Unternehmen ist von der Evidenz befreit; dann entsteht kein Schein — klären Sie das im Zweifel vor der Anlieferung mit dem Betrieb. Den gesamten Ablauf beschreiben wir im Artikel über BDO und KPO beim Schrottverkauf, die Wahl des richtigen Schlüssels im Text über Abfallschlüssel.
Die Abrechnung erfolgt bargeldlos, per Überweisung auf das bei der Annahme angegebene Konto. Einzelheiten und Termin bestätigen Sie im Betrieb vor dem Entladen.
Was Sie mitbringen sollten
Eine kurze Liste, die den Besuch verkürzt:
- Ausweisdokument (Privatperson) oder KPO, sofern erforderlich (Unternehmen).
- Kontonummer für die Abrechnung.
- Kenntnis der Herkunft des Materials — sie ist Teil des Annahmeformulars.
- Nach Möglichkeit getrenntes Material, wenn Sie mehrere Sorten haben.
Sie sind unsicher, ob Ihr Betrieb ein bestimmtes Material annimmt oder Privatpersonen bedient? Die Standortprofile unterscheiden sich — prüfen Sie die Liste der Standorte oder rufen Sie vor der Anfahrt an.
Möchten Sie die Bewertung kennen, bevor Sie losfahren? Senden Sie Fotos des Materials — wir bewerten es auf dieser Grundlage und sagen Ihnen, zu welchem Standort Sie es bringen sollten.